14.0 Marker

14.0 Marker

Als eine isolierende und somit flexionslose Sprache unterscheidet sich das Thailändische in seiner Gesamtstruktur sehr stark vom Deutschen. Es gibt keine Möglichkeit der morphologischen Markierung, d. h. die Beziehungen der Wörter im Satz können nicht wie im Deutschen durch Flexion – also Markierung durch Endungen bei der Konjugation, Deklination und Komparation – ausgedrückt werden. Alle Wörter sind unveränderlich.

Aus dieser Unveränderlichkeit ergibt sich eine weitere Besonderheit: Thailändische Nomen sind numerusneutral (auch transnumeral, numerusindifferent), d. h. sie sind semantisch offen für Singular und Plural. Nun stellen sich natürlich Fragen wie beispielsweise Wie bringt man Singular bzw. Plural im Thai zum Ausdruck? Wie stellt man Besitzverhältnisse oder die unterschiedlichen Zeitformen dar? Dazu benutzt man sogenannte Marker.

Das Wort Marker ist abgeleitet von dem englischen Verb to mark (markieren). In der modernen Linguistik versteht man unter einem Marker ein grammatisches Hilfswort, das eine bestimmte grammatische Funktion erfüllt. Das Thai verfügt über eine ganze Reihe dieser grammatischen Hilfswörter: Genus-Marker, Plural-Marker, Modaladverb-Marker, Tempus- und Aspekt-Marker, End-Marker, Passiv-Marker, Possessiv-Marker, Komparativ-Marker, Superlativ-Marker, Komplementierer und Topik-Marker (siehe dazu [17.1]). In diesem Kapitel werden die verschiedenen Marker vorgestellt und erklärt.