05.5 Nominalphrasen

05.5 Nominalphrasen

Eine Nominalphrase (auch Nominalgruppe) ist in der Regel eine Wortgruppe mit einem Nomen als Kernglied (auch Nominalkern), das durch ein oder mehrere Attribute, sogenannte nominale Ergänzungen, modifiziert wird. Eine Nominalphrase muss aber nicht zwangsläufig aus mehreren Wörtern zusammengesetzt sein. Sie kann auch aus einem einzigen Nomen bestehen.

Im Deutschen können die modifizierenden Attribute sowohl vor dem Nominalkern stehen (das schöne Mädchen), als auch hinter ihm erscheinen (das Mädchen, das da steht). Thai ist eine isolierende Sprache und verfügt somit über keine Möglichkeiten, grammatische Kategorien mithilfe unterschiedlicher Formen zu markieren. Die einzelnen Konstituenten können lediglich in einer bestimmten Folge aneinandergereiht werden. Die Nominalphrase im Thai ist stets eine kopfinitiale Konstruktion, d. h. alle Attribute stehen hinter dem näher zu bestimmenden Kernglied.

Der Nominalkern kann durch die Verwendung verschiedener Attribute zu einer Wortgruppe erweitert werden. Zu diesen zählen u. a. Klassifikatoren, Kardinal und Ordinalzahlen, Adjektive, Demonstrativpronomen, Possessivphrasen und Relativsätze.

Damit auch komplexe Nominalphrasen überschaubar bleiben, können die verschiedenen Attribute nicht willkürlich aneinandergereiht werden. Sie sind, wie bereits erwähnt, stets rechtsverzweigend vom Nominalkern angeordnet. Diese Anordnung ist nicht beliebig, sondern unterliegt bestimmten Regeln. Häufiger Bestandteil der Nominalphrase ist der Klassifikator. Ob einer gesetzt werden muss oder nicht, ist abhängig von den Konstituenten der Nominalphrase. So ist er teils fakultativ, teils obligatorisch [06.0 ff.].