03.2 Thai, eine isolierende, flexionslose Sprache

03.2 Thai, eine isolierende, flexionslose Sprache

Thai gehört zu den Kam-Tai-Sprachen innerhalb der Tai-Kadai-Sprachfamilie und zählt wie z. B. auch Chinesisch, Khmer und Vietnamesisch zu den isolierenden Sprachen. Als eine isolierende und folglich flexionslose Sprache unterscheidet sich das Thailändische in seiner Gesamtstruktur sehr stark vom Deutschen. Die Beziehungen der Wörter im Satz können nicht wie im Deutschen durch Endungen bei der Konjugation, Deklination und Komparation ausgedrückt werden. Alle Wörter sind unveränderlich.

(1a)

ผมไป

(1b)

เขาไป

(1c)

เราไป

 

/ˇPom

pai/

 

/ˇKau

pai/

 

/rau

pai/

ผม

ไป

เขา

ไป

เรา

ไป

1

gehen

3

gehen

1

gehen

Ich gehe.

Er geht.

Wir gehen.

Ein Satz wird durch die Serialisierung, d. h. Aneinanderreihung mehrerer verschiedener Wörter strukturiert. Die syntaktischen Beziehungen und grammatischen Funktionen ergeben sich ausschließlich aus der Stellung der Satzelemente zueinander. Im Thai wird die Satzstellung zum elementaren Faktor.

(2a)

ผมตีเขา

(2b)

เขาตีผม

 

/ˇPom

ti:

ˇKau/

 

/ˇKau

ti:

ˇPom/

ผม

ตี

เขา

เขา

ตี

ผม

1

schlagen

3

3

schlagen

1

Ich schlage ihn.

Er schlägt mich.

In (2a) und (2b) wird allein durch die Positionierung der Satzelemente deutlich, welche grammatische Funktion das einzelne Element erfüllt. Eine Umkehrung der Satzstellung wie im Deutschen in Ihn schlage ich. ist deshalb im Thai nicht möglich.