08.10 Das Genus Verbi (Aktiv – Passiv)

08.10 Das Genus Verbi (Aktiv – Passiv)

Das Genus Verbi (auch Diathese = วาจก /wa:-,dschok/) ist der Oberbegriff für Aktiv (auch Tatform = กรรตุวาจก /,gat-,tu–wa:-,dschok/ und Passiv (auch Leideform = กรรมวาจก /gam-’ma-wa:-,dschok/). Das Genus Verbi bezeichnet die Handlungsrichtung eines Verbs, oder anders ausgedrückt: Es ordnet ein Geschehen als täterzugewandt (Aktiv) oder täterabgewandt (Passiv) ein.

Ein Satz steht im Aktiv, wenn die Handlung wie in Beispiel (1) vom Subjekt ausgeht, d. h. das Agens (auch Täter, Handelnder = ผู้ทำ /ˆPu: Tam/) tut etwas. Ein Satz steht im Passiv, wenn das Subjekt wie in (2) von der Handlung betroffen ist, d. h. es wird betont, was mit dem Patiens (auch Ertragender, Leidender = ผู้ถูก /ˆPu: ‚Tu:k/) geschieht.

(1)

Er schlägt mich.

(2)

Ich werde von ihm geschlagen.

Im Deutschen ist der Gebrauch des Passivs sowohl in der gesprochenen als auch in der geschriebenen Sprache allgemein üblich. Das Wort Leideform, die deutsche Bezeichnung für Passiv, darf man sicherlich nicht wörtlich nehmen. In dem Satz Der Autor wurde den ganzen Tag in den höchsten Tönen gelobt. gibt es niemanden, der etwas erleidet, im Gegenteil: Der Autor macht eine sehr positive Erfahrung.

Im Thai wird das Passiv eher selten verwendet. Im Vergleich zum Deutschen, das über eine beträchtliche Anzahl unterschiedlicher Passiv–Konstruktionen verfügt, hat das Thai nur wenige passivische Ausdrucksformen. Die drei Hauptpassivtypen der thailändischen Sprache sind das Passiv mit ถูก /,Tu:k/ [08.10.1], mit โดน /do:n/ [08.10.2] und mit ได้รับ /ˆdai ’rap/ [08.10.3].